Grundsätze für die Bemessung von Wirbelbettanlagen
Die Bemessung von Anlagen, die die Biofilmtechnologie nutzen, wird wesentlich
durch den angestrebten Grad der Abwasserreinigung beeinflußt. Das
erreichbare Reinigungsziel ist hauptsächlich von der Oberflächenbelastung
abhängig.

In Abhängigkeit von der Form des Trägermaterials ergeben sich bei gleicher
spezifischer Oberfläche unterschiedliche nutzbare Oberflächen. Der
spezifischen Oberfläche zugeordnete Leistungsangaben und daraus abgeleitete
Bemessungsempfehlungen können nur mit Einschränkungen gelten, Korrekturwerte
sind gegebenenfalls zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere zur jeweils
angegebenen spezifischen Oberfläche von Trägerelementen mit unterschiedlichem
Durchmesser. Von besonderer Bedeutung für die Leistung des Biofilmprozesses ist
der Sauerstoffeintrag und der Sauerstoffpartialdruck. Die
Sauerstoffkonzentration kann im Belebungsbecken höher gewählt werden, als bei
Belebtschlammanlagen. Für Anlagen mit Nitrifikation wird eine
Sauerstoffkonzentration von 6 ... 8 mg/l empfohlen, für Anlagen mit
Nitrifikation und simultaner Denitrifikation von 0,5 mg/l in der letzten Stufe
oder in Umlaufbecken.
Die Anordnung der Belüfterelemente soll so erfolgen, daß die Wirkung eines
Schlaufenreaktors erreicht wird. Für den hydraulischen Rückhalt der
Trägerelemente sind alle Rohrdurchführungen durch Wände dicht zu
verschließen. Die Überfallkronen und Unterkanten der Tauchwände müssen
absolut waagerecht ausgebildet werden. Hierbei sind konstruktive Maßnahmen
vorzusehen, um spätere Setzungserscheinungen ausgleichen zu können.
Die Überschussschlammproduktion beeinflusst signifikant die Betriebskosten
der Kläranlagen. Sowohl für die Dimensionierung der Schlammbehandlung als auch
für die Betriebsführung ist die Menge des Überschussschlamms von Interesse.
Die spezifische Überschussschlammproduktion ist beim Biofilmprozess signifikant
niedriger als beim Belebtschlammprozess. Die Überschussschlammproduktion ÜSBSB5
ist von der Oberflächenbelastung und dem Verhältnis TS0 /BSB5
im Zufluss zum Belebungsbecken abhängig.

Untersuchungen
haben gezeigt, dass die Luftblasen im Verband etwas schneller aufsteigen, als
die Einzelblasen. Im Reinwasser holen sie sich weder ein, noch vereinigen sie
sich. Im Abwasser findet eine Koaleszenz der Luftblasen statt, beim
Wirbelbettverfahren ist diese jedoch wesentlich geringer, als beim
Belebtschlammprozess. Die Wasser-Luft-Gemischdichte ist in größerer Tiefe
größer als in geringerer Tiefe und hängt von der Aufstiegsgeschwindigkeit der
Luftblasen ab.
